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Veranstaltungen zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht

Aldenhoven
10.11.2008, 18.00 Uhr, Krypta der Kirche St. Martin
Die Aldenhovener Mitbürger jüdischen Glaubens gehörten zur Synagogengemeinde Langweiler. Dass ihr Gotteshaus nicht in Brand gesetzt wurde, ist der Furcht zu verdanken, die Flammen würden auf Nachbarhäuser übergreifen. Die Einrichtungen der Synagoge aber wurde völlig zerstört und die Thorarolle angezündet. Heute erinnert ein Gedenkstein an das damalige religiöse und kulturelle Zentrum einer blühenden jüdischen Gemeinde.
Erinnerung und Wachsamkeit sind erforderlich. Wir rufen im Erinnern, Nachforschen und Lernen etwas von der Geschichte jüdischen Lebens in Aldenhoven zurück, die 1941 abbrach. Dazu sind junge Menschen aus Aldenhoven bereit.
Drei Arbeitsgruppen haben sich gebildet: die Rover des ökumenischen Pfadfinderstammes »Albert Schweitzer«, die Konfirmanden der Aldenhovener evangelischen Kirchengemeinde und Jugendliche der katholischen Pfarre St. Martinus. Wir alle lassen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in unserer Gemeinde nicht zu. Wir wollen ein Zeichen setzen:
Am Montag, dem 2. November 2008, versammeln wir uns um 18.00 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Krypta der Kirche St. Martin. Von dort gehen wir in einem Lichterzug Spuren der Erinnerung nach. Auf dem jüdischen Friedhof in der Gerberstraße findet eine kurze Gedenkfeier statt.


Düren
2.11.2008, 10.00 Uhr
Auf den Spuren der Juden in Düren
Eine Woche vor dem 70. Erinnerungstag an die Pogromnacht 1938 findet dieser Rundgang statt. Er beginnt an der Arnoldsweilerstraße, wo sich seit dem späten Mittelalter der jüdische Friedhof befand. Er wurde 1888 geschlossen, im Zweiten Weltkrieg zerstört, ist aber heute als Grünanlage gut erkennbar, u.a. durch einen sehr alten Grabstein vom Ende des 17. Jahrhunderts und einen Gedenkstein der Stadt Düren.
Im Stadtzentrum wird der Geschichte der Dürener Juden und einzelner Familien nachgegangen, in der Schützenstraße wird über die 1872 eingeweihte Synagoge und ihre Zerstörung in der Pogromnacht berichtet.
Danach werden einige gut erhaltene Häuser jüdischer Familien im Bereich Adenauerpark und Binsfelder Straße in Augenschein genommen, bevor der Rundgang mit einem Besuch auf dem »neuen« Friedhof an der Binsfelder Straße beendet wird, auf dem zwischen 1888 und 2000 die Dürener Juden begraben wurden.
Leitung: Ludger Dowe, Geschichtswerkstatt
Treffpunkt: Arnoldsweilerstr./Ecke Josef-Schregel-Str. am Sonntag, 2. November, 10 Uhr.
Das Entgelt von 5,- € wird vor Ort kassiert.

9.11.2008
Seit 1990 finden am Abend des 9. November an allen zehn Rückriem-Stelen in Düren
Gedenkstunden
statt, die von unterschiedlichen Gruppen (Schulen, Parteien, Jugendgruppen u.a.) vorbereitet sind. Die Bevölkerung wird für 19.00 Uhr an die zehn Orte im Stadtgebiet eingeladen, wo die großen Stelen des Bildhauers Ulrich Rückriem an Menschen erinnern, die in der NS-Zeit Unrecht erlitten, gefoltert, gequält und zum Teil in den Tod geschickt wurden. Die Stelen stehen an der Schützenstraße, der Wernersstraße, der Oberstraße und am Amtsgericht im Innenstadtbereich, weiter in Lendersdorf, Gürzenich, Birkesdorf, Arnoldsweiler, Mariaweiler und in der Landesklinik. An das Schicksal jüdischer Menschen erinnern die Stelen Schützenstraße (Synagoge Düren), Oberstraße (Lager Gerstenmühle), Lendersdorf (Lager Thuirsmühle) und Gürzenich (Synagoge).


Inden
9.11.2008, 15.00 Uhr, Ortsgeschichtliches Museum Lucherberg (Museumssonntag 14.00-17.00 Uhr)
»Schicksale – die jüdischen Familien aus der Gemeinde Inden«
Bildvortrag von Renate Xhonneux, Inden
Zum Gedenken an die 70jährige Wiederkehr der Reichspogromnacht wird an die Einzelschicksale jüdischer Personen aus der Gemeinde Inden erinnert. Ihr Leben und Schicksal soll nicht in Vergessenheit geraten … denn tot sind nur die Vergessenen.


Jülich
29.10.2008, 19.30 Uhr, Schlosskapelle der Zitadelle Jülich
Im Rahmen des Mittwochsclubs von Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. und Museum Zitadelle Jülich referiert Dr. Anselm Faust über das Thema:
»Vor 70 Jahren: Die Kristallnacht im Rheinland 1938«.
Der Eintritt ist frei!

7.11.2008, 16.00 Uhr
Führung über den Jüdischen Friedhof, Aachener Straße

10. November bis 19. Dezember 2008
Ausstellung »Juristen ohne Recht«
im Amtsgericht Jülich, Wilhelmstraße 15
Die Rechtsanwaltskammer Köln zeigt auf Einladung der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e.V. gemeinsam mit dem Amtsgericht Jülich die Ausstellung »Juristen ohne Recht«.
Die Ausstellung in Jülich widmet die Jülicher Gesellschaft Dr. jur. Alfred Mendel. Alfred Mendel war Spross der angesehenen Familie Mendel, die in Jülich in der Düsseldorfer Straße wohnte. Seine Schwester war die in Jülich bekannte Leni Mendel (Rosenwald). Alfred Mendel studierte Jura in Breslau und Köln. Ihm als Jude wurde die Ablegung des Ersten Staatsexamens verweigert. Er promovierte 1935 bei dem damals 40jährigen Kölner Rechtswissenschaftler Hans Carl Nipperdey, der auch nach dem Krieg das Arbeitsrecht prägte. Seine schmale Doktorschrift wurde von Fischer in Jülich gedruckt. Über sein Schicksal ist wenig bekannt. Er verzog nach Aachen und wurde von dort am 21. März 1942 in die Vernichtungslager im Osten deportiert. In der Familienüberlieferung heißt es, er sei während der Deportation in Düsseldorf auf der Flucht von den Nazis erschossen worden.
Offizielle Dokumente über seinen Tod sind nicht bekannt.
Die Ausstellung wird am 10. November 2008 um 15.00 Uhr im Amtsgericht Jülich (Wilhelmstraße 15, Jülich) eröffnet. Sie ist bis zum 19. Dezember 2008 im Amtsgericht Jülich mo. bis fr. von 8 Uhr bis 15.30 Uhr zu sehen.

10.11.2008, 18.30 Uhr
Andacht an der Synagoge
Im Anschluss Zusammensein im Bonhoeffer-Haus, es singt der Chor der Jüdischen Gemeinde Aachen


Linnich
5.11.2008, 19.00 Uhr, Mahnmal am ehemaligen Standort der Synagoge
Gedenk- und Besinnungszeit


Nörvenich
16.11.2008, 14.30 Uhr, Schloss Nörvenich
Gedenkveranstaltung »Marianne – Ein jüdisches Kind aus Nörvenich. Leben unterm Hakenkreuz«
Der Heimat- und Geschichtsverein der Gemeinde Nörvenich erinnert an das kurze Leben der Marianne Hermanns. Dieses jüdische Kind wurde im Juli 1926 in Nörvenich geboren. Mariannes Schicksal sowie das ihrer Familie sollen der Vergessenheit entrissen werden. Der Eintritt ist frei. Es wird um Reservierung gebeten
(j.koop@online.de).